Donnerstag, Januar 19, 2006

Welcome to the home of the famous Mettwurst

Und da gibt's nu gar nix zu lachen. Das ist der toternste Werbeslogan der Firma "Wurstmeister" in Hahndorf, South Australia. Hahndorf ist - wie gestern schon erwähnt - von deutschen Einwanderern gegründet und mit dieser hübschen Tradition macht man heute eben Tourismusumsatz.

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Alle deutschen Errungenschaften werden in dem putzigen Dorf gepflegt. Es gibt Kassler mit Kraut, Bratwurst im Brötchen, the famous Mettwurst und einen schnuckeligen Minenwerfer Kaliber 50cm als Beutestück aus dem zweiten Weltkrieg. Außer Mettwurst und Oktoberfest haben wir ja auch in Sachen Weltkrieg eine gewisse Tradition...

Heute war natürlich eher undeutsch beflaggt in Hahndorf - Tour Down Under. Gleich drei Ortsdurchfahrten des Feldes - aber ohne Leinwandübertragung kriegt man ehrlich gesagt nicht viel mehr mit als dreimal "ssssssst"

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Immerhin hat am Ende mit Alan Davis wieder mal ein Australier gewonnen, Die Gesamtführung hat auch ein Australier vom Team AG2R, von dem ich noch nie gehört hab, so war zumindest für Stimmung gesorgt.

Ich dagegen hätte mir den Ausflug ehrlich gesagt besser sparen sollen. Ist nicht so schlau, am zweiten Tag eine 85km-Tour zu machen, wenn zwischendrin ein Pass mit über 700 Metern liegt. Das bietet zwar ein paar hübsche Aussichten,

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(Das Haus mit diesem lauschigen Plätzchen ist übrigens grad zu verkaufen) aber eben auch für ganz schön dicke Beine. Die 700 Höhenmeter zu dem Berg mit dem putzigen Namen Mount Lofty gingen noch ganz gut, weil recht gleichmäßig, aber danach kamen noch ein paar üble Anstiege und Temperaturen Richtung 40 Grad. Als ich in Hahndorf war, gab's eigentlich schon nur noch die Alternative nen Bus für die Rückfahrt oder ein Hotelzimmer zu finden. Leider haben mich ein paar Nudeln, ein Sandwich und ein paar Liter Wasser bewogen dann doch noch die 30 km Rückfahrt anzutreten.
Gleich am Ortsausgang überholen mich ein paar Radfahrer und siehe da: Fast das komplette Profiteam von Credit Agricole auf dem Heimweg ins Hotel. Wenn man schon mal die Gelegenheit hat in einer Gruppe mit Leuten wie Thor Hushovd, Jan Kirsipuu und Julian Dean zu fahren, dann macht man das natürlich auch... auch wenn man wissen sollte, dass die selbst nach nem 150km-Rennen auf dem Weg zur Massage noch schneller nen Berg hochfahren, als ich das in Bestform tun sollte...
Von da an ging's dann bergab. Leider nur mit mir und nicht mit der Straße. Immer schön noch eine Welle hoch und noch eine, bis ich fast vom Rad gefallen bin. Soviel, wie man dabei als wintergestählter Europäer ausschwitzt kann man gar nicht trinken. Also immer mal wieder im Schatten sitzen, ein Stück schieben, kurze Abfahrt und wieder einen Anstieg hoch. Erst zehn Kilometer vor Schluß ging's dann richtig runter - schön steil gut befahren....brrrr. Eigentlich nicht zu fassen, dass es mir - kaum aus der Dusche raus - schon wieder ganz passabel geht. Jedenfalls in diesem Sinne schöne Grüße an die Experten, die finden, ich hätte morgen beim Jedermannrennen antreten sollen. Da weiß ich jede Menge bessere Ideen - und die haben alle mit den Wörtern "Schatten", "sitzen" und "Bier" zu tun. Oder ich ess halt ne famous Mettwurst...

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Ach ja, falls jemand einen Vertreter der Firmen Adidas oder VDO kennt, schönen Gruß, die können ihre Produkte in geeigneten Körperöffnungen platzieren. Mein VDO-Tacho hat fast ein Jahr brav gearbeitet, aber schon auf dem Herflug mal kurz alle Speicher gelöscht und eine undefinierbare Zeitzone eingestellt - Kälte, Druck, Röntgenbestrahlung, was auch immer. Mein Adidas-Trikot letztes Jahr hatte sich damals im Laufe der Tour in seine Bestandteile aufgelöst und wurde auf die Reklamation hin gegen ein neues Exemplar eingetauscht, das nun nach jedem Ausspülen neue lustige Farbmuster entwickelt. Geht doch nix über Markenmaterial :-))

5 Comments:

Blogger heläne said...

?wow, mit hushovd, kirsipuu und dean geradelt...obwohl es mir lieber wäre, du hättest dich an das australische team herangeschmissen, schließlich brauchen wir noch eine alternative, wenn es mit david nicht klappt...obwohl neuseeland natürlich auch was für sich hat. wie nett ist er denn, der julian...

19. Januar 2006 um 10:31  
Anonymous lilly said...

Heläne hat recht, aber nur mit dem ranschmeißen. Ob das nun ein aussi ist oder ein kasache, ist mir persönlich recht egal. Wo sieht man schon so viele knackige hintern auf einmal? Und dann noch so nah? Windschattenfahren hat ja nicht nur aerodynamische vorteile....

19. Januar 2006 um 11:36  
Anonymous mesh-sugar said...

Bist Du sicher, dass das wirklich die Typen von Credit Agricol waren? Schließlich bist'e grade erst eingereist und die Faktoren
Hitze x Bier + untrainiert-'ne-Mörder-Tour-in-die-Berge-starten
können leicht in Halluzinationen oder Wahn enden ;-)

19. Januar 2006 um 15:55  
Anonymous Anonym said...

Allerdings bin ich sicher, was die Jungs vom Bauern-Kredit angeht. das erkennt man schon allein daran, dass ich weder die Luft zum ranschmeissen hatte, noch die Nettigkeit von irgendwem zu überprüfen. Ich sterbe hinten den Heldentod und die schwatzen vorn noch. Andererseits kein Wunder, dass die noch Reserven hatten. Sind fast geschlossen in der letzten Gruppe hinterm Feld ins Ziel gekommen. Haben sich warhscheinlich geschont, um mich am Berg ordentlich zu versenken....

20. Januar 2006 um 00:13  
Blogger Hilarius said...

die einzige erinnerung an diese tour bleibt der verzweifelte blick in das staubige hinterrad eines französichen bankangestellten. dieser einsatz wäre beim rennen sinnvoller gewesen...

20. Januar 2006 um 11:32  

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