Samstag, Januar 29, 2005

Was mir schon seit Sydney auffällt

Ich weiß nicht, war es der durchaus ansehnliche Prinzessinnen-Import der Dänen, irgendwelche halbseidenen Reportagen oder einfach nur Kylie Minogue, irgendetwas hat in mir jedenfalls die Vorstellung erweckt, die Australier seien ein im Großen und Ganzen attraktives Volk. Das ist ein Irrtum.
Nicht, dass es nicht ein paar außerortentlich schöne Menschen hier gäbe. Aber ein paar davon gibt es schließlich überall - und jeder Leser mag sich da jetzt ganz persönlich gemeint fühlen. Im Durchschnitt muß der Australier, bzw. gerade die Australierin, sich jedoch auf die Zehenspitzen stellen, um ein wenigstens durchschnittliches Attraktivitätsniveau zu erreichen.
Das mag historische Gründe haben. Immerhin sind die Australier ein Volk von Einwanderern, ein Gemisch aus allen Völkern der Welt, die sich hier zusammengefunden haben. Und der prüfende Blick enthüllt: Die Völker der Welt haben nicht eben ihre erlesensten Gen-Träger ausgesandt, um in der Fremde schöne Töchter und Söhne zu zeugen. Erschwerend kommt hinzu, dass Australien ursprünglich eine britische Kolonie, genauergesagt ein britisches Gefangenenlager war - und von Engländern abzustammen, das ist im großen Formel 1-Rennen der Schönheit so gut wie ein Start aus der Boxengasse mit einer halben Runde Rückstand.
Nun weiß jeder Rennsport-Fan: Wenn schon Rückstand am Start, dann zählt jedes Gramm weniger Gewicht, um den Rückstand aufzuholen. Gerade da sind die Australier aber wiederum nicht sonderlich sparsam. Weite Teile der Bevölkerung tragen den Nachweis einer gesicherten Lebensmittelversorgung auf den Hüften mit sich herum. Zum Teil in Ausmaßen, die darauf hin deuten, dass Australien eigentlich gar keine Insel ist - nur das Gewicht der eigenen Bevölkerung drückt den Kontinent so weit unter Wasser, dass die Landbrücke nach Asien vorübergehend unter dem Meeresspiegel liegt.
Ein weiterer attraktivitäts-limitierender Faktor ist die ungerechte Verteilung von Bekleidung in diesem Land. Es scheint, dass die Summe aus Gewicht in Kilogramm und Quadratzentimetern an Textilien einen für jeden Autralier konstanten Wert ergibt. Anders ausgedrückt: Je dicker, desto knapper die Hemdchen. Was an sich schon schlimm genug ist, wird noch multipliziert durch eine erschreckende Auswahl an Blümchenmustern und Pastelltönen.
Das Verblüffenste von allem aber ist, wie unfassbar blass Mencshen sein können, die in einem Land leben, wo dauernd die Sonne scheint. Während der Tourist nach einer Woche trotz massivem Sonnenschutz einen soliden Braunton entwickelt, schaffen es Einheimische, auch nach Jahren einen Hautton zu präsentieren, als hätten sie ihr Leben in einem nördlichen Vorort von Liverpool im Keller verbracht. Und komme jetzt niemand mit dem Einwand die intensive Sonneneinstrahlung hier unten lasse die Haut schneller altern, Krebsrisiko, Falten... was nützt es, wenn die Haut faltenfrei 120 Jahre wird, wenn der Inhalt mit 65 an Verfettung und Langeweile verstirbt?

1 Comments:

Blogger Schaltnix said...

Deine schonungslos offene Reportage ist mir sehr sympathisch. :)

30. Januar 2005 um 23:54  

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