Samstag, Januar 29, 2005

Noch sind wir diesseits von Eden....

...sorry, der bloede Witz musste sein. Tatsaechlich bin ich noch nicht ganz in Eden, sondern in Merimbula (Achtung, Ausspracheregel: MeRIMbjula), etwa 25km weiter noerdlich. Den Rest hab ich mir geschenkt, weil das auch so ein ziemlich harter Tag war - selber Schuld, wie man gleich sehen wird.
Erstmal schulde ich aber noch ein paar Bidler von gestern.

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Das ist nun schon sehr ueberholt - bin ja schon rund 150km weiter. Und dann war da dieses putzige Staedtchen gestern - Tilba, genauergesagt "Central Tilba" - soviel Zeit muss sein.

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Und meine Unterkunft dort

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Wie gesagt, alles sehr niedlich. Als ich vom Internet-Laden zurueckgekommen bin, hab ich dann erfahren, warum ausser "Wirrina's" alle weiteren 16 Gaestebetten des Staedtchens ausgebucht waren: Ein Motorradclub hat sich abgesagt - der Club der "Norton Owners". Einen der Kollegen hatte ich dann auch noch als Nachbar in der Herberge, und wie sich herausstellt, heisst die Wirtin nicht Wirrina, sondern Kay und war seinerzeit in den Fuenfzigern auch stolze Besitzerin einer "Norton"-Maschine - Was man ihr heute nur noch bedingt ansieht.

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Jedenfalls fuehrte kein Weg daran vorbei gemeinsam zum Hotel rueberzuschlendern und die versammelte Motorradkombo zu besuchen. Und wie wir da so gemuetlich auf der Veranda sitzen und darueber plaudern, was ich fuer eine arme Sau bin, so ohne Verbrennungsmotor, gab ein Wort das andere, bzw. ein Bier das andere und Mrs Kay hat im Verlaufe von vier oder fuenf Gin-Tonic ein paar Anekdoten aus dem Gemeindeleben dieses 72-Seelen-Staedtchens zum besten gegeben. Von den jahrelangen Verhandlungen mit der regionalen Telefongesellschaft um die Aufstellung einer Telefonzelle am Ortseingang, ueber die alljaehrliche gemeinsame Weihnachtsfeier bis zum aktuell brennenden Thema "soll der Feigenbaum neben dem Hotel gefaellt werden, damit die freiwillige Feuerwehr ohne Rangieren aus der Garage fahren kann" - alles in allem Stoff fuer mindestens zwoelf Folgen einer sehr vielversprechenden Fernsehserie...

Jedenfalls zog sich der Abend bis deutlich nach Mitternacht hin, so dass heute morgen vor halb zehn an Aufbruch nicht zu denken war. Mit grossem Hallo hab ich dann die ganze Motorradkombo an der (auch sehr pittoresken) Tankstelle im Ort nochmal getroffen. Und ein paar Kilometer hinter Tilba hat mich dann der ganze Korso hupend und winkend an einer Steigung ueberholt - so begeistert begegnen sich Motorradfahrer und Radler auch selten.

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Damit waere erklaert, warum meine Form heute nicht zum besten war. Der zweite Grund fuer den etwas schleppenden Verlauf der Etappe war wieder mal das Gelaende. Von Tilba aus gings erstmal runde 40 Kilometer in Wellen immer wieder bergauf - bis auf 250 Meter hoch, dann in einer Irrsinnshitze runter nach Bega und weiter Richtung Kueste. Und als ich mal wieder dachte "Prima, das war's, jetzt noch ein bisschen ausrollen und dann gemuetlich eine Dose zischen lassen", haben mich am Ende nochmal zwei ueble Anstiege erwischt... Fuer die Radfahrfreunde hier das Profil der heutigen Runde.

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So richtig was fuer's Grundlagentraining war das nicht...

Ach ja, bei der Motel-Suchrunde durch das Oertchen hier hab ich die ersten "Gleichgesinnten" getroffen. Ein Paerchen aus Alaska, die auch mit Raedern Richtung Melbourne unterwegs sind, die naechsten Kilometer aber per Bus abkuerzen wollen. Ausserdem machen die es auf die harte Tour: Mit Zelt und Kocher auf Camping Tour. Das fehlte mir jetzt noch. Kaum hatte ich mein Motel gefunden fing es naemlich an ganz genuesslich zu regnen. Was fuer eine Vorstellung, nach dieser Etappe heute im Nieselregen im Zelt zu sitzen und eine leckere Tuetensuppe zu schluerfen...:-)

Und zum Schluss endlich die faellige Wunsch-Erfuellung: Die Kollegin Doris wollte unbedingt ein Foto von hinten, um zu ueberpruefen, ob die gekuerzte Frisur akzeptabel ist. Bitteschoen:

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Ehe ich's vergesse: Heute hab ich mein erstes Kaenguruh gesehen. Wer haette gedacht, dass diese Tiere so flach sind - zumindest nachdem sie versucht haben, die Strasse zu ueberqueren. Allzuviel niedliches war nicht mehr uebrig von dem Kameraden, deshalb habe ich mal auf ein Foto verzichtet. In den kommenden Tagen gibt es ja noch mehr Gelegenheiten, denn was jetzt folgt ist erstmal ziemliche Wildnis. Viel Strasse und gelegentliche Mini-Orte mit Motel. Kann also gut sein, dass jetzt wieder ein paar Tage Funkstille ist, bis ich aus den Weiten des fernen Suedens wieder in belebtere Gebiete komme - dann in einem neuen Bundesstaat: Victoria. Den wichtigsten Unterschied zwischen New South Wales und Victoria hab ich gestern schon an der Bar gelernt: in Victoria gibt's das Bier in kleineren Glaesern - muss ich halt eins mehr trinken...

6 Comments:

Anonymous Anonym said...

Sexy Haircut;-)
Hast du den Zopf wenigstens als Souvenir an den Rückspiegel deines Fahrrads gehängt?
Bevor der DFB die Saison wegen des Schiri-Skandals abpfeifft und alle homepages sperrt hier noch schnell ein Bundesliga Update:Schalke verliert auf dem Betzenberg,Elber kickt auf dem Böckelberg und Fussballgott Benny Lauth trifft in jedem Heimspiel für den HSV-was für eine Serie.Meine Themen verraten also meine Identität,auch wenn ich hier anonym poste.Dein Uwe Seeler - Cheers

30. Januar 2005 um 16:57  
Blogger MiriamSt said...

Hör ma, was ist den das da auf dem schild? bodella? Können die aussies den nicht richtig puff schreiben? MANN wird zwar unmissverständilich auf den ort der offenen hosen hingewiesen, aber mit der schreibe nimmt es der känguruiger dann doch nicht so genau?
Ist eigentlich auch egal, wo man sein paradies findet. Für manchen mag es auch bodella sein und nicht ein garten mit einer schlange, einem apfel und einer nackten frau.

Und wie du das mit der trennung von asien und australien erklärst. Mit knappen blümchenhemd und 120 kg übergewicht im sinne der eigenständigkeit zu fressen, der gedanke ist mir noch nie gekommen. Ganz gross.

31. Januar 2005 um 11:31  
Anonymous Anonym said...

Mensch Christian, der andere Arm hätte die Kamera halten sollen. Ich seh' Dich doch meistens von der anderen Seite!!! Na ja, Spiegelverkehrt wird's wohl ähnlich aussehen. Dem ausgestreckten Arm nach zu urteilen, konntest oder wolltest Du Wirrina alias Kay nicht zu einem Foto-Shooting animieren. Dabei hätte sie sich doch wahrscheinlich begeistert dazu bereit erklärt, ihren Adoptivsohn in spe den neugierigen Daheimgebliebenen aus welcher Perspektive auch immer zu präsentieren.

31. Januar 2005 um 12:55  
Blogger Astralabius said...

die frisur hüllen wir mal dezent in die badekappe des schweigens...aber dieses pitoreske karomuster auf dem hemd...ist das die traditionelle tracht der einheimischen? oder soll uns das auf der anderen seite der welt nicht nur auf den fehlenden zopf am hinterkopf einstimmen sondern möglicherweise auch auf einen ersatzzopf am vorderen hemdkragen a la pixelschlips?

31. Januar 2005 um 13:05  
Blogger abaelard said...

Schalke verliert, Elber zum Boekelberg und Lauth trifft fuer den HSV - das kann alles gar nciht stimmen. Geht denn in dem Land immer alles drunter und drueber, wenn man mal zwei Wochen weg ist?
Kritik an meinem Hemd koennt ihr Euch gepflegt sparen. bin froh, dass ich das gute Stueck hab - das trocknet naemlich schnell genug, um morgens wieder weiter zu radeln... a.

1. Februar 2005 um 05:13  
Blogger hh_dude said...

hmmm yumm yumm. ein hemd, was schnell genug trocknet, um damit am nächsten tag die nächsten 150 kilometer abzureißen. ich gebe dir noch zwei bis vier etappen, und du und dein hemd werdet eine bedrohung für die dortige flora und fauna.

ich würde nicht versuchen, das hemd durch den zoll wieder mit nach deutschland zu bringen ;) es sind schon leute für weniger erschossen worden.

2. Februar 2005 um 10:24  

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